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Basiskonto für alle

 

Rechtsanspruch auf Girokonto für Überschuldete und Flüchtlinge

Bergheim/Rhein-Erft-Kreis. (19. 06. 2016) Ein Leben ohne Girokonto ist eigentlich nicht möglich. Trotzdem wird in Deutschland bis zu einer Million Menschen der Zugang zu einem eigenen Konto verwehrt. Nur weil sie arm und überschuldet sind oder als Flüchtlinge kein gesichertes Aufenthaltsrecht haben. Damit ist nun Schluss: Ab dem 19. Juni gibt es einen allgemeinen Rechtsanspruch auf ein „Basiskonto“. Damit greift die Bundesregierung eine seit vielen Jahren erhobene Forderung der Wohlfahrtsverbände und der Schuldnerberatungsstellen auf.

„Endlich haben überschuldete Menschen wieder eine Chance, am wirtschaftlichen und sozialen Leben teilzunehmen“, freuen sich die Beraterinnen Sandra Schmidt und Christina Hinzmann vom Arbeitslosenzentrum und von der Erwerbslosenberatungsstelle von ASH-Sprungbrett e.V. aus Bergheim. „Ohne ein eigenes Konto fehlt diesen Menschen jegliche Perspektive“. Sie können weder eine Arbeit aufnehmen, noch eine Wohnung anmieten. Viele Alltagsgeschäfte wie auch Strom, Wasser, Telefon, Zeitungsabonnements und zahlreiche Kaufverträge erfordern ein Girokonto.

Dies hat zum Beispiel Michael Basten (Name geändert) erfahren müssen. Seit Monaten besitzt er kein eigenes Konto mehr.  Zuerst hatte er seine Arbeit verloren, das Arbeitslosengeld („Hartz IV“) reichte kaum für die wichtigsten Fixkosten. Aber zuerst buchte die Bank am Monatsanfang die hauseigene Kreditrate ab, danach rutschte Michael Basten ins Minus. Jeden Monat mehr. Zuletzt war sein Girokonto mit über 1.800 € überzogen. Die Bank kündigte ihm das Konto.

Vergeblich versuchte Michael Basten bei anderen Banken ein neues Girokonto zu eröffnen. Das Jobcenter stellte ihm Schecks über seine Regelsatzleistungen aus und überwies seine Miete und die Abschlagszahlungen für Energie. Michael Basten fühlte sich erniedrigt. „Ich möchte ja arbeiten gehen, meine Kosten selber tragen und einfach normal leben“, sagt er. Aber wie soll er je eine Arbeit finden, wenn er dem Arbeitgeber keine Bankverbindung für die Lohnzahlung angeben kann?

Mit dem Basiskonto kann Michael Basten „ein Stück seiner Würde wieder zurückbekommen“, sagt Beraterin Sandra Schmidt. Dieses Recht ist geregelt in einem neuen „Zahlungskontengesetz“, das den Zugang zu einem solchen Girokonto erstmals für alle Banken in Deutschland verbindlich regelt.

Bisher sahen nur einzelne Landesgesetze u. a. in NRW eine Pflicht zur Kontoeröffnung vor, beschränkt aber auf die regionalen Sparkassen. Praktisch half dies den Menschen nicht, die, bei der eigenen Sparkasse verschuldet waren.

Das Zahlungskontengesetz schafft einen Rechtsanspruch auf ein Basis-Girokonto für alle, gerade auch für Überschuldete, Geringverdiener, Wohnungslose, Asylsuchende und auch für bloß „geduldete“ Flüchtlinge, die bislang häufig vom bargeldlosen Zahlungsverkehr ausgeschlossen waren. Das Basiskonto ermöglicht Ein- und Auszahlungen, Lastschriften, Überweisungen und das Bezahlen mit Karte.

Beinahe hatte Michael Basten sich schon aufgegeben. Nun schöpft er wieder neue Hoffnung. Die Praxis wird zeigen, ob das neue Basiskonto halten kann, was es verspricht: die ungehinderte Teilnahme auch überschuldeter Menschen am bargeldlosen Zahlungsverkehr und damit am normalen  Leben.

Kontakt: Arbeitslosenzentrum und Erwerbslosenberatungsstelle ASH-Sprungbrett e.V., Hauptstraße 10, 50126 Bergheim, Tel. 02271 – 83993-66

 

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Hand in Hand gegen Rassismus

NRW-Menschenkette am 18. Juni 2016 in Bochum

Unter dem Motto „Hand in Hand gegen Rassismus“ ruft der Paritätische Gesamtverband gemeinsam mit vielen anderen Organisationen anlässlich des internationalen Gedenktags für Flüchtlinge zu bundesweiten Menschenketten auf. NRW macht den Anfang. Am 18. Juni 2016 setzen die Menschen in Bochum ein Zeichen gegen Fremdenhass und für Menschlichkeit, Vielfalt und Weltoffenheit. Träger der Bochumer Kampagne ist das Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit, dem unter anderem IFAK, Mitgliedsorganisation des Paritätischen NRW, und die Bochumer Kreisgruppe des Verbandes angehören.

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http://www.paritaet-nrw.org/content/e40307/e52451/e53543/index_ger.html

Eine Initiative gegen Jugendarmut

Bergheim/Rhein-Erft-Kreis. (07.06.2016) Laut „Monitor Jugendarmut 2016“ sind besonders Jugendliche ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung von Arbeitslosigkeit bedroht. Bei dem von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS e.V.) (www.jugendarmut.info) im Mai veröffentlichtem Bericht wurde die Situation benachteiligter junger Menschen zwischen 15 und 25 Jahren untersucht. Fazit: Bildung ist der beste Schutz gegen Armut. „Wer keinen Berufsabschluss hat, findet kaum Arbeit und wird auf Dauer Sozialhilfeleistungen benötigen. 86 Prozent der arbeitslosen Menschen, die SGB-II-Leistungen beziehen, haben keinen Berufsabschluss. Hier liegt ein großes Armutsrisiko“, erläutert Julian Beywl, Geschäftsführer ASH-Sprungbrett e.V.

Diese jungen Menschen sind aufgrund schwieriger sozialer Verhältnisse kaum in der Lage, sich ins „normale Bildungssystem“ zu integrieren und benötigen auf ihrem persönlichen Bildungsweg besondere Unterstützung. Gerade beim Übergang von der Schule zur Ausbildung ist die Gefahr abzurutschen bzw. aufzugeben besonders groß.

An dieser Stelle greift die Jugendwerkstatt in Bergheim, die ASH-Sprungbrett e.V. im Auftrag des Familienministeriums NRW sowie der Städte Bedburg, Bergheim und Elsdorf durchführt, den Jugendlichen unter die Arme. „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt. Zu uns kommen Jugendliche, die den Schulabschluss nicht schaffen und daher keine Perspektive haben. Davor haben sie schon lange nicht mehr gemacht, waren wohnungslos und häufig vereinsamt. Angebote des Jobcenters sind für sie nicht passend“, so Julian Beywl weiter.

Wer zwischen 17 und 25 Jahre alt ist, bekommt in der Jugendwerkstatt von ASH Sprungbrett e.V. die Gelegenheit, Perspektiven für sich zu entwickeln, den Schulabschluss nachzuholen und sich beruflich zu orientieren. Dabei werden die Jugendlichen von einem Team aus Sozial- und Werkpädagogen ganzheitlich und individuell in allen Lebensbereichen unterstützt, um fit fürs Leben und den Arbeitsmarkt zu werden.

„Wir nehmen die jungen Menschen so an, wie sie sind. Wir zeigen ihnen, dass wir für sie da sind, sie achten und ernst nehmen. Bei uns bekommen sie ein Frühstück, wir kochen zusammen und bieten Ihnen einen sicheren Raum. Schritt für Schritt bauen wir ihre Stärken aus, zeigen ihnen, dass sie etwas können. Wir machen ihnen Mut, das Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen.“ So entdecken viele Jugendliche in der Kombiwerkstatt ihre handwerklichen Fähigkeiten. Wenn sie ein Werkstück, zum Beispiel eine Gartenbank, gefertigt haben, sind sie stolz auf das, was sie mit eigenen Händen gemacht haben.

„Die Jugendwerkstatt ist eine Initative gegen Jugendarmut hier in der Region“, bestätigt Julian Beywl.

Das Team erreichen Sie unter:

Andrea Guoth, Aachener Straße 14a, 50126 Bergheim

Tel.: 02271 / 7596050

E-Mail: jugendhilfe@ash-sprungbrett.de

Neue Wege in den Beruf für junge Eltern

Bergheim/Rhein-Erft-Kreis (31. 05. 2016) Junge Mütter und Väter haben es nicht leicht, eine Ausbildungsstelle zu finden. Am Standort Bergheim unterstützt ASH-Sprungbrett e. V. daher junge Eltern bei der Aufnahme einer Ausbildung in Teilzeit. Dieses geschieht im Rahmen des NRW-Landesprogramms TEP (Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven schaffen).

Für TEP werden landesweit jährlich 2,8 Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln vom NRW-Arbeitsministerium für bis zu 540 Plätze zur Verfügung gestellt. 2.571 Personen haben seit dem offiziellen Start des Programms im Frühjahr 2011 an TEP teilgenommen, 1.772 von ihnen konnten erfolgreich bei der Aufnahme einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung unterstützt werden oder fanden einen Einstieg in andere Qualifizierungen, Praktika, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, Studium oder Ähnliches.

Nutzen Sie diese Chance, noch sind Plätze frei. Annegret Krüppel berät Sie gerne unter 0151 – 1976 9278 (mobil) oder 02271 – 670 19 23. E-Mail: tep@ash-sprungbrett.de

Neue Chance für alte Sorten

Brühl/Rhein-Erft-Kreis (24. 05. 2016) Um alte Obstorten vorm Aussterben zu schützen, haben Teilnehmer eines Projekts, das ASH-Sprungbrett e.V. in Brühl im Auftrag des Jobcenters Rhein-Erft durchführt, sechs Obstbäume gepflanzt: Einen Süßkirsch-, einen Birn-, einen Apfel-, einen Walnuss-, einen Pflaumen- und einen Pfirsichbaum. Bei den neu gesetzten Obstbäumen im Tafelgarten gegenüber dem Brühler Eisenwerk hat man sich für hochstämmige alte Sorten wie Schwarze Knorpelkirsche, Weißer Klarapfel und Williams-Christ-Birne entschieden. Diese haben einen mehrfachen Nutzen. Man verhindert nicht nur, dass traditionelle Kulturpflanzen für immer verschwinden, sondern sorgt durch den Anbau unterschiedlicher Obstsorten auch für biologische Vielfalt im Tafelgarten und in der näheren Umgebung.

Wenn in ein paar Jahren Obst geerntet werden kann, soll es auch zu Marmelade oder Eingemachtem weiterverarbeitet und zudem der Brühler Tafel gestiftet werden. Darüber hinaus sind die Obstbäume auch für Insekten und Vögel eine wichtige Nahrungsquelle. Zum Schutz vor Wühlmäusen und Kaninchen wurden Drahtkörbe um die Wurzeln und Drahtgitter um den unteren Teil der Stämme herum angebracht.

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